Einblicke · Energie & Mobilität
Wo fehlen Ladesäulen – und wo fehlen Elektroautos?
Elektroautos fahren vor allem in den Städten und dort, wo viele Akademiker wohnen. Öffentliche Ladepunkte gibt es auf dem Land fast genauso viele je Einwohner. Je Auto sind sie dort am knappsten, wo die meisten E-Autos fahren.
Vier Felder
Teilt man die 299 Wahlkreise jeweils in die Hälfte mit mehr und die mit weniger Elektroautos und Ladepunkten, passen sie nur locker zusammen (Rangkorrelation +0,36): 96 Wahlkreise haben bei beidem mehr, 97 bei beidem weniger. 106 passen nicht zusammen: In 53 liegt der Anteil der E-Autos über der Mitte, die Zahl der Ladepunkte je Einwohner darunter, etwa in München-Süd, München-West/Mitte und Euskirchen – Rhein-Erft-Kreis II; in 53 ist es umgekehrt.
E-Autos und Ladepunkte passen nur locker zusammen
Jeder Punkt ein Wahlkreis; die Linien teilen bei den Medianen, die Zahlen nennen die Wahlkreise in jedem Feld · Rangkorrelation +0,36
Autos in der Stadt, Ladepunkte überall
Der Anteil der Elektro- und Hybridautos folgt der Siedlungsdichte (+0,72): im städtischsten Drittel der Wahlkreise 7,8% im Median, im ländlichsten 5,7%. Am höchsten ist er in Wiesbaden mit 20%. Öffentliche Ladepunkte je Einwohner dagegen hängen kaum an der Dichte (+0,10): 24,0 je 10.000 Einwohner in den Städten, 22,1 auf dem Land.
Wo E-Autos fahren, und wo man laden kann
Je Wahlkreis, jede Karte mit ihrer eigenen Skala (sechs gleich große Gruppen). Ein Klick öffnet den Wahlkreis auf der Karte.
Je Auto am knappsten, wo die meisten fahren
Rechnet man die Ladepunkte auf die batterieelektrischen Autos um, kehrt sich das Bild um: Im Osten kommen im Median 137 öffentliche Ladepunkte auf 1.000 E-Autos, im Westen 86. Am wenigsten sind es in München-Süd (33), am meisten in Frankfurt (Oder) – Oder-Spree (245). Wo die Einkommen höher sind, gibt es je E-Auto weniger Ladepunkte (−0,41).
Das liegt zum Teil an der Rechnung selbst: Wo es wenige E-Autos gibt, reichen wenige Ladepunkte für eine hohe Quote. Private Wallboxen zu Hause oder beim Arbeitgeber zählen hier nicht; wie viele es davon gibt, steht nicht in den Daten.
Stadt, Land, Ost und West
Median der Wahlkreise in jeder Gruppe: Stadt, Umland und Land sind Drittel nach der Bevölkerungsdichte.
Wer elektrisch fährt
Am engsten hängt der Anteil der E-Autos mit dem Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss zusammen (+0,78), enger als mit dem Einkommen (+0,49).
Elektrisch fährt, wo viele Akademiker arbeiten
Jeder Punkt ein Wahlkreis · Rangkorrelation +0,78
Was die Daten nicht zeigen
- Ladepunkte sind nicht Ladeleistung. Gezählt sind öffentlich zugängliche Ladepunkte, ob langsam oder schnell, ob ausgelastet oder ungenutzt. Wie viel Strom dort fließt und wie lange man warten muss, zeigen die Daten nicht.
- „Elektro“ schließt Hybride ein. Der Anteil der Elektroautos umfasst alle Pkw mit Elektro- oder Hybridantrieb (Stand 1. Januar 2024); die Ladepunkte je E-Auto rechnen dagegen nur mit rein batterieelektrischen Autos (1. Januar 2026).
- Gezählt am Sitz des Halters. Firmen- und Leasingwagen zählen dort, wo ihr Halter gemeldet ist, nicht dort, wo sie fahren. Das kann einzelne Werte stark heben. Die Autos sind zudem nur je Kreis bekannt.
- Verschiedene Stichtage. Die Elektroautos stammen vom 1. Januar 2024, die Ladepunkte je Einwohner vom 30. September 2026. Seit 2024 sind viele Ladepunkte dazugekommen.
Wie wir gerechnet haben
Ladepunkte: das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur, jeder Ladepunkt nach seinen Koordinaten einem Wahlkreis zugeordnet. Elektroautos: die Strukturdaten der Bundeswahlleiterin (Anteil an allen Pkw), für die Ladepunkte je E-Auto die Zahl der batterieelektrischen Pkw des Kraftfahrt-Bundesamts je Kreis. Die Medianlinien im ersten Bild teilen die Wahlkreise in zwei gleich große Hälften. Quellen: Ladesäulenregister, KBA, Strukturdaten.