After Dark · Leben & Tod
Wie viel Sex hat Deutschland?
Wie oft passiert es an einem gewöhnlichen Tag? Eine repräsentative Befragung, die Bevölkerung nach Alter und jede Annahme als Spanne.
Die erste repräsentative Befragung zur Sexualität in Deutschland, GeSiD, hat 2018 und 2019 fast 5.000 Menschen zwischen 18 und 75 gefragt, wie oft sie in den letzten vier Wochen Sex hatten. Mit der Bevölkerung nach Alter ergibt das eine Zahl, die bisher niemand ausgerechnet hat.
An einem durchschnittlichen Tag haben Menschen in Deutschland rund 3,9 Millionen Mal Sex, wahrscheinlich zwischen 3,7 Millionen und 4,2 Millionen. Jedes Mal zählt einmal: In der Befragung berichten beide Beteiligten, deshalb ist durch zwei geteilt.
Sex am Tag, nach Alter
Geschätzte Male am Tag nach der Altersgruppe der Beteiligten (Median der Rechnungen; ohne unter 18 und über 75)
Wer wie oft
Die 18- bis 35-Jährigen kommen auf etwa fünf Mal in vier Wochen und stellen 40% aller Begegnungen. Mit dem Alter wird es seltener, bei Frauen schneller als bei Männern: Zwischen 56 und 65 hatten 53% der Frauen in den letzten vier Wochen keinen Sex, aber nur 32% der Männer.
Kein Sex in den letzten vier Wochen
Anteil der Befragten nach Altersgruppe und Geschlecht (Sex mit dem anderen Geschlecht)
Und genau jetzt?
Wie lange es dauert, hat GeSiD nicht gefragt. Bei 15 Minuten je Mal sind in diesem Augenblick rund 81.000 Menschen in Deutschland beschäftigt, im Schnitt über den ganzen Tag. Nachts sind es mehr, mittags weniger; wann, weiß niemand genau. Die Regler zeigen, was passiert, wenn man ehrlicher oder länger rechnet.
Der Rechner
Male am Tag und Menschen im selben Augenblick, je nach Ehrlichkeit der Antworten und Dauer
Rund 3,9 Millionen Mal am Tag. Plus, minus Ehrlichkeit.
Modell aus der Befragung GeSiD (2018/19, 18 bis 75 Jahre) und der Bevölkerung 2024; 90 % der Rechnungen liegen zwischen 3,7 Millionen und 4,2 Millionen.
Wie wir gerechnet haben
Je Altersgruppe: Einwohner (Destatis, 31.12.2024) × mittlere Zahl der Male in vier Wochen (GeSiD, Zwischenbericht 2020) ÷ Tage ÷ 2, summiert, mal eins plus dem Anteil gleichgeschlechtlicher Begegnungen; dazu die 16- und 17-Jährigen und die über 75-Jährigen. 20.000 Rechnungen mit zufällig gezogenen Annahmen, der Median und das 5. und 95. Perzentil. Augenblick: Male am Tag × 2 Menschen × Minuten ÷ 1.440. Quellen: GeSiD, GENESIS 12411-0005. Die Berechnung: data-pipeline/make_story_sex.py.
Was die Daten nicht zeigen
- Was die Spanne enthält, und was nicht. Gerechnet ist 20.000-mal, jede Annahme zufällig in ihrer Spanne: die gerundeten Mittelwerte der Befragung („etwa 5“, „gut 4“), vier Wochen oder ein Monat, die nicht Befragten unter 18 und über 75 (von keinem bis zum Niveau der Nachbargruppe), Sex zwischen Menschen gleichen Geschlechts (0 bis 5 % mehr; GeSiD wertet nur Sex mit dem anderen Geschlecht aus). Nicht enthalten ist, ob die Befragten zu viel oder zu wenig angeben. Das weiß niemand; der Regler macht es sichtbar.
- Was als Sex zählt. Vaginal-, Oral- und Analverkehr und andere genitale Kontakte mit einer anderen Person, so wie GeSiD fragt.
- Früher? Vergleichbare Zahlen gibt es nicht: GeSiD ist die erste repräsentative Befragung für ganz Deutschland. Ältere Studien befragten Studierende oder kleine Gruppen.
- Die Befragung. 4.955 Interviews, Teilnahmequote 30,2 %. Wer an einer Sexbefragung teilnimmt, kann anders leben als wer ablehnt.