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After Dark · Leben & Tod

Die schlechteste Zeit zum Sterben

Wann im Jahr ist der Tod in Deutschland am wahrscheinlichsten? Die Sterbefälle seit 2000, Tag für Tag, gegen ihr Jahr, ihr Alter und das Wetter gerechnet.

Sterbefälle 2000 bis 2026 · Wie wir gerechnet haben

Der Kalender

In Deutschland sterben jedes Jahr zwischen 818.000 und 1.066.000 Menschen, gleichmäßig über das Jahr verteilt sind sie nicht. Gemessen am Durchschnitt ihres Jahres sterben die meisten um den 4. März: +13,2%, über sieben Tage gemittelt. Die wenigsten um den 31. August: −8,9%.

Der Kalender des Todes

Sterbefälle je Kalendertag gegen den Durchschnitt ihres Jahres, gleitend über sieben Tage

Stand 2000–2019, 2020–2025 · Quelle: Destatis · Definition & Methode

Anzahl ist nicht Risiko

Nach der reinen Zahl ist der März der tödlichste Monat. Rechnet man die Länge der Monate und das Alter der Bevölkerung heraus, ist es der Februar: 4,17 Sterbefälle je 100.000 Einwohner und Tag, gegen 3,40 im September. Welcher Wintermonat vorn liegt, entscheidet die Grippesaison: von 2000 bis 2019 6-mal der Januar, 6-mal der Februar, 5-mal der März und 3-mal der Dezember. Der ruhigste Monat war 8-mal der September, 7-mal der August, 4-mal der Juli und einmal der Juni.

Das Risiko eines Monats

Sterbefälle je 100.000 Einwohner und Tag, altersstandardisiert; der Balken: das Mittel 2000–2019, jeder Punkt: ein Jahr

Stand 2000–2019 · Quelle: Destatis, GENESIS 12411 · Definition & Methode

Feiertage und Wochentage

An Weihnachten und Silvester sterben nicht mehr Menschen als an den Tagen davor und danach: −1,7% am ersten Weihnachtstag, +0,9% an Neujahr. Deutlicher ist der Wochentag: sonntags −3,1%, freitags +1,2%.

Wochentage und Feiertage

Sterbefälle an einem Tag gegen die zwei Wochen davor und danach, 2000–2019

Stand 2000–2019 · Quelle: Destatis · Definition & Methode

Die Hitze

Die schwersten Tage seit 2000 sind Sommertage. Am 13. August 2003 starben 3.282 Menschen, 50,5% mehr als für den Tag zu erwarten; an acht großen Wetterstationen lag die Höchsttemperatur im Mittel bei 33,5 °C. Von etwa 26 °C an liegt die Zahl der Toten an heißen Tagen mit jedem Grad höher.

Je heißer, desto mehr

Sterbefälle an Tagen von Juni bis August gegen die Erwartung, nach der Höchsttemperatur (Mittel von acht Stationen), 2000–2019

Stand 2000–2019 · Quelle: Destatis, DWD · Definition & Methode

Die schwersten Tage seit 2000

Sterbefälle über der Erwartung aus Jahr und Kalendertag; orange: Höchsttemperatur ab 28 °C

Stand 2000–2026 · Quelle: Destatis, DWD · Definition & Methode

Die schlechteste Zeit zum Sterben ist um den 4. März, ein Freitag. Die beste ist ein Sonntag um den 31. August. Solange er nicht heiß ist.

Gemessen als Sterberisiko je Einwohner und Tag, über die Jahre 2000 bis 2019.

Wie wir gerechnet haben

Sterbefälle je Tag nach dem Sterbedatum (Destatis, endgültige Daten 2000 bis 2020, danach der laufende Bericht). Ein Tag gegen den Durchschnitt seines Jahres: die Zahl der Toten geteilt durch die mittlere Zahl je Tag desselben Jahres, für jeden Kalendertag gemittelt über 2000 bis 2019. Das Risiko eines Monats: Sterbefälle je Altersgruppe, geteilt durch die Einwohner dieser Gruppe (zwischen den Jahresenden linear) und die Tage des Monats, gewichtet mit der Altersverteilung vom 31. Dezember 2024.

Wochentage und Feiertage: ein Tag gegen die zwei Wochen davor und danach (ohne die zwei Tage direkt daneben und ohne Feiertage). Die stärksten Tage: die Zahl der Toten gegen die Erwartung aus Jahr und Kalendertag; liegen zwei innerhalb von zehn Tagen, zählt der stärkere. Hitze: alle Tage von Juni bis August, nach der mittleren Höchsttemperatur der acht Stationen auf ganze Grad gerundet. Quellen: Destatis, GENESIS 12411-0005, DWD. Die Berechnung: data-pipeline/make_story_sterben.py.

Was die Daten nicht zeigen

  • Zählen, nicht erklären. Die Daten zeigen, wann Menschen sterben, nicht woran. Dass an heißen Tagen und in der Grippezeit mehr Menschen sterben, ist ein Zusammenhang über ganz Deutschland, kein Nachweis einer Ursache im Einzelfall.
  • Die Jahre vor der Pandemie. Kalender, Monate, Wochentage und Feiertage beruhen auf 2000 bis 2019. Die Jahre 2020 bis 2025 zeigt die erste Grafik getrennt; ihre Winter folgen den Wellen von Covid-19.
  • Vorläufige Zahlen. Bis 2020 sind die Daten endgültig, danach vorläufig; 2026 läuft noch.
  • Brüche in der Bevölkerung. Die Einwohnerzahlen wurden nach den Zensus 2011 und 2022 neu berechnet. Für das Risiko eines Monats ändert das wenig, für Vergleiche über viele Jahre ist es ein Bruch.
  • Temperatur an acht Orten. Die Höchsttemperatur ist das Mittel aus acht Wetterstationen in großen Städten. Sie steht für das Wetter des Tages, nicht für die Hitze, der jemand ausgesetzt war.